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Seminartypen

Dieser Artikel erläutert detailliert, in welche Typen sich unsere Seminare grob einteilen lassen. Diese Einteilung soll Ihnen dabei helfen, für sich und Ihren Hund das richtige Seminar zu buchen.

Verwirrende Bezeichnungen

Historisch bedingt finden sich bei unseren Angeboten oftmals unterschiedliche Bezeichnungen für ein und die selben Seminare. Dies hat ferner den Hintergrund, dass Mantrailing Europe mit vielen Organisationen kooperiert und zum Teil deren Einteilungen der unterschiedlichen Leistungsklassen übernimmt bzw.  übernehmen muss, da jene Organisatoren Seminare oftmals mit  ihrer eigenen Wortwahl betiteln.

Dieser Artikel soll Ihnen Klarheit darüber verschaffen und Ihnen dabei helfen, das richtige Seminar für Sie und Ihren Hund auszuwählen.

Im Seminarangebot finden Sie die Bezeichnungen Einsteiger, Anfänger, Mittel und Fortgeschritten sowie Level 1 bis Level 3, daneben noch MB, MT, MT1 bis MT3.

Um es vorweg zu nehmen: Die Bezeichnungen MB, MT, MT1, MT2, MT3 sowie MTS beschreiben Prüfungsstufen und haben in erster Linie zunächst nur indirekt mit den Seminarbezeichnungen zu tun. "Indirekt" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass ein Einsteiger kaum zu einer MT3 Prüfung antreten wird und andererseits ein Fortgeschrittener in der Regel über den MB Level hinaus sein sollte.

Die anderen Bezeichnungen lassen sich in etwa so gegenüberstellen:

Bezeichnungalternative Bezeichnung
Level I Einsteiger bis Anfänger
Level II Anfänger bis Mittel
Level III Mittel bis Fortgeschritten

 

Einsteiger

Einsteiger sind alle Hundeführer welche noch nicht getrailt haben, oder mit anderen Worten, deren Hund hier zum ersten Mal ein Trailgeschirr angezogen bekommt.

In einem Wochenendkurs wird dem Einsteiger alles Notwendige vermittelt, um mit dem Trailen beginnen zu können.

Theoretischer Teil:

  1. Worin unterscheidet sich Mantrailing zu anderen Sucharten
  2. Welche Ausrüstung wird benötigt
  3. Was der Hund sucht und wie er es sucht
  4. Anleitungen für die ersten Schritte

Praktischer Teil

  1. Leinenhandling "trocken"
  2. Leinenhandling an Menschen anstatt an Hunden
  3. Leinenhandling am Hund
  4. Verknüpfung der Spur mit dem Geruchsartikel
  5. Motivationsaufbau
  6. Selbstsuche

 

Anfänger

Theoretischer Teil:

  1. Kontrolle und Übungen zu allem, was aus dem vorangegangenem Level noch nicht sitzt
  2. Spurtreue
  3. Körpersprache des Hundes
  4. Anzeigeverhalten
  5. Verhalten in diversen Situationen
  6. Wie ein Hund eine Spur ausarbeitet und Richtungen ausschließt

Praktischer Teil

  1. Vorgeruch
  2. Abgang
  3. Aufbau des Hundes mit dem Ziel eine deutliche Körpersprache zu entwickeln
  4. Die Versteckperson entfernt sich zu Beginn noch sichtbar vom Hund  und versteckt sich dann, um den Hund damit vertraut zu machen, Fremden nachzugehen
  5. Die Versteckperson verschwindet immer früher aus dem Blickfeld des Hundes
  6. Erste Negativanzeigen. Der Hund ist ratlos und weiß nicht mehr weiter. Dies dient bereits als Basis für spätere "Negativ"-Übungen
  7. Den Blickkontakt des Hundes richtig interpretieren
  8. Bestärken und Bestätigen des Hundes in unterschiedlichen Situationen, um das gewünschte Verhalten zu festigen
  9. Erste Differenzierungen
  10. Fährtenlängen um die 300 Meter

Mittel

Theoretischer und Praktischer Teil

  1. Generelles zum Verhalten des Hundes
  2. Anfangskreis, positive und negative Indikationen
  3. Wie verhält sich ein Hund, der die Spur verloren hat und sie wieder  zu finden versucht?
  4. Wie schließt der Hund falsche Richtungen aus?
  5. Wiederaufnahme des Trails
  6. Abgangssuche: Wo in dieser Gegend war die vermisste Person, wo startet der Trail?
  7. Gehende Anzeige
  8. Arbeit in Gebäuden
  9. Negativer Abgang
  10. Spur bricht ab (Person stieg in Auto, Bus, Straßenbahn etc.)
  11. Kreuzungsarbeiten

Fortgeschrittene

Alle voranstehenden Themen sollten hier bereits sauber "sitzen".  Hier wird vor allem Folgendes geübt:

  • Stadtgebiet
  • Bahnhöfe
  • Parkplätze
  • Industriegebiete
  • Kaufhäuser
  • Autobahn
  • Kläranlagen
  • Flughafen
  • Wassergebiete mit Brücken
  • Gebäudearbeit
  • Tiefgaragen

 

Fazit

Hiermit ist in groben Zügen dargestellt, wie die Ausbildung bei Mantrailing Europe aufgebaut wird. Dieses Konzept hat sich tausendfach bewährt und zwar aus folgendem Grund:

Wie wollen wir einen Hund in Situationen wie etwa stark befahrenen Straßen, Einkaufszentren mit hunderten Personen, in mit Gerüchen stark kontaminierten Umgebungen,  verstehen, wenn wir nicht gelernt haben, mit ihm die einfachen oben genannten Schritte zu erarbeiten? Die Erfahrung zeigt, dass Hunde,  die nicht in etwa dieser Reihenfolge aufgebaut werden, ihren Hundeführer später meist ratlos, lustlos oder gestresst zufrieden stellen möchten, aber dabei keine gute Arbeit leisten, da sie einfach nur versuchen, ihrem Partner zu gefallen.

 

Basisausrüstung

Was Sie auf jeden Fall immer benötigen, unabhängig davon, welches Seminar Sie besuchen:

  • Festes Schuhwerk
  • Warnweste
  • Saubere Plastiktüten (Gefrier oder Müllbeutel unparfümiert), Minimum 6 Liter
  • Anfänger und Einsteiger ferner noch sterile Mulltupfer oder sterile Verbandsgaze (je größer desto besser)
  • Wasser mit Napf oder Flasche für den Hund. ggf. auch eine Flasche für den HF ;)
  • Eine lange Leine zum Trailen, mindestens 5 Meter, maximal 7,5 Meter. Am besten eine flache Leine, die wasserabweisend ist, da sie sonst bei Regen zu schwer wird. Lederleinen sind nur bedingt geeignet, ausgenommen hiervon sind weiche, geschmeidige Fettlederleinen.
  • Ein gut sitzendes Geschirr für den Hund, das auf keinen Fall verrutschen sollte.
  • Belohnung für den Hund: Etwas nicht Alltägliches. Die Belohnung sollte etwas sein, für das er Sie jederzeit verkaufen würde.
  • Die Belohnung kann auch ein Spielzeug sein, aber gerade Anfänger und Einsteiger sollten etwas Kulinarisches für den Vierbeiner mitbringen.
  • Einsteiger sollten auch eine Bodenschraube mitbringen, die man in das Erdreich drehen kann, um den Hund damit zu fixieren.