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Suchaktion: Tod im Wald

Mantrailing - Europe Absolventin Karla Künzler konnte mit Ihrer Hündin Hyla die Rettungsmannschaften auf den richtigen Weg bringen.
Suchaktion: Tod im Wald

Karla Künzler mit Hyla

Am 01.01.2011 gegen 18:00 Uhr rief die Polizeiwache Hennigsdorf bei mir an. Sie fragten nach, ob ich meinen Personen Suchhund zum Einsatz bringen kann. Es wird ein 76 jähriger Mann gesucht, der aus einem Altenheim in Hohen Neuendorf weggelaufen war. Ich stimmte zu und fuhr zur Polizeiwache nach Hennigsdorf. Dort eingetroffen erhielt ich die Personenbeschreibung und die Anschrift vom Altenheim. Ich folgte dann dem Funkstreifenwagen. Am Ort eingetroffen, wendeten wir uns an das Personal und ließen uns das Zimmer der abgängigen Person zeigen. Jetzt brauchte ich noch einen Geruchsträger. Gar nicht so einfach, weil im Zimmer auch noch die Ehefrau mit untergebracht war. Ich entschied mich für den Kopfkissenbezug und sein Brillenputztuch. Ich tütete die Geruchsträger ein. Auf Frage wurde dann mitgeteilt, dass der alte Herr Parkinson hat, geistig verwirrt ist und sehr gerne läuft. Auf meine Bitte, mussten die Polizeibeamten nochmal das Altenheim durchsuchen, um gegebenen Falls die Person zu finden. Die Maßnahme verlief ohne Erfolg. Das Altenheim hatte nur einen Eingang und zwei Notausgänge, die von außen nicht zu öffnen waren. Ich setzte Hyla am Eingang zum Altenheim an und sie ging zuerst nach links zum ersten Notausgang, dann weiter und auf der anderen Seite des Hauses zum nächsten Notausgang, dann vom Gelände runter nach links weg. Zwei Streifenbeamte liefen uns hinterher. Hyla lief und lief erst einmal zum Nettomarkt, dann zur Videothek und über den Fußgängerüberweg auf die andere Straßenseite. Ich muss noch sagen, dass noch Schnee lag, die Gehwege immer wieder gefegt wurden, es ca. -4°C und die Leute immer noch manchmal Feuerwerkskörper knallen ließen. Unbeirrt lief Hyla weiter. Sie lief durch mehrere Straßen, dann durch einen kleinen Park und durch eine Fußgängerunterführung und kam schließlich zu einem Thailändischen Restaurant. Das Restaurant hatte nun schon geschlossen, Hyla zeigte aber großes Interesse im Eingangsbereich (Welcher Hund geht freiwillig zum Thairestaurant?). Ich bemerkte aber auch, dass sie mit ihren Kräften am Ende war. Inzwischen war es 22:12 Uhr. Ich entschied mich zum Abbruch der Suche durch den Hund. Inzwischen wurde ja auch der Polizeihubschrauber eingesetzt und die Kollegen der Polizei suchten weiter. Ein weiter Personensuchhund stand nicht zur Verfügung. Ich fuhr mit Hyla nach Hause. Am nächsten Tag wurden wir wieder angefordert, diesmal kam auch mein Mann Frank mit. Um 13: 19 Uhr trafen wir am Thailändischen Restaurant ein. Ich setzte Hyla eine Ecke vor dem Restaurant an und sie lief weiter, am Restaurant vorbei, weiter und dann in ein anderes Altenheim. Auf Frage durfte Hyla in das Heim. Sie lief an der Rezeption nach rechts, durch den Frühstücksraum und dann in den Wirtschaftsbereich. Wäre der alte Mann in seinem Altenheim gewesen, wäre er in seinem Zimmer. Hyla drehte um und lief aus dem Heim raus und vom Gelände nach rechts weg. Sie lief durch einen Wald am S-Bahnbogen, dann wieder in Richtung Innenstadt und wieder in den gleichen Fußgängertunnel vom Vorabend. Ich wurde nervös, aus dem Fußgängertunnel hinaus nach links, von hinten am Altenheim des vermissten Mannes vorbei und nach links weg, in Richtung Berlin. Jetzt stand ich am Kreisverkehr und mir wurde immer wärmer. Hyla lief schräg über den Kreisverkehr, dann in Richtung Tankstelle und blieb am Kasseneingang stehen und wollte auch hinein. Hier war wohl ein großer Geruchspool. Ich nahm Hyla kurz, ging mit ihr über die Straße, dort ist auch ein Waldgebiet. Hyla vollzog ein Rondell und ich ging wieder zurück zur Tankstelle. Ich hielt Hyla kurz und ging auf einen schmalen Weg neben der Tankstelle in den Wald. Ich ließ die Leine lang und kurz darauf hatte Hyla wieder die Spur. Jetzt forderten wir wieder den Polizeihubschrauber an, es war kurz davor dunkel zu werden. Hyla war bald wieder drei Stunden unterwegs. Der Polizeihubschrauber traf ein und kurz nach 16:00 Uhr meldete er, den Fund einer Person. Hyla und ich waren ca. noch 200 m von der Person entfernt. Beim Eintreffen konnten wir bestätigen, dass die gefundene Person, der vermisste alte Herr war. Für ihn kam leider jede Hilfe zu spät. Jedoch konnten wir ihn seiner Familie zurückgeben. Ich bin riesig stolz auf Hyla. Noch einmal Danke an Gabriela für die gute Ausbildung!
Karla Künzler

Das Team von Mantrailing Europe gratuliert Karla für diese professionelle Arbeit und das perfekte Gefühl zum richtigen Zeitpunkt weitere Hilfe (Helikopter) anzufordern. Prima gearbeitet ;)

Zeitungsbericht hier: Märkische Allgemeine